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Karfreitag

Predigt zu Jes 52, 13-53,12 an Karfreitag, 2. April 2021

Liebe Gemeinde,

Das klingt doch schon mal gut, sagen wir manchmal erleichtert. Das hört sich aber nicht gut an, sagen wir besorgt, wenn jemand hustet oder uns von Krankheiten oder Sorgen erzählt. Wir hören an jemandes Stimme, ob er oder sie fröhlich oder bekümmert ist, ob jemand leidet oder ob es ihm gut geht. Wer unbeschwert ist, summt oder pfeift munter vor sich hin, wer leidet, singt allenfalls Klagelieder. Lieder bewegen und berühren uns tiefer als gesprochene Worte.

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Palmsonntag

Predigt zu Hebr 11,1-2 und 12, 1-3 an Palmsonntag (8. 3. 2021)

Liebe Gemeinde,

In der Schule liebte ich den Hundertmeterlauf. Auf die Kurzstrecke konnte ich problemlos meine Höchstleistung abrufen. Aber dafür war der 800-Meter-Lauf eine Schinderei, weil ich Runde um Runde um das Stadion eiern musste, während mir die Laufpartnerin aufmunternd vom Rand der Laufbahn aus nach jeder Runde zurief, wie viele Umrundungen schon geschafft seien und wie wenige noch fehlten, während meine Lunge rasselte und die Beine mit jedem Schritt schwerer wurden. Ausdauersport statt Sprint.

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Judika

Gottesdienst am 21. März 2021 in der Marienkirche Upfingen

Lätare

Gottesdienst am Sonntag, 14. März 2021 mit Prädikantin Ursula Schweiss

Wahrlich, wahrlich, ich
sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in
die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein;
wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes, 12,24

Okuli

Predigt zu Eph 5, 1.2 und 8.9 am Sonntag Okuli, 7. März 2021

Liebe Gemeinde,

Vor Jahren waren wir in den Sommerferien in Wien, bei schönstem Sonnenschein. Es war 38 Grad heiß, und die vielen weißen Gebäude gleißten nur so im Sonnenlicht. Wohltuend war der Aufenthalt im Schatten. Dort war es kühler und dunkler als im Sonnenlicht, so dass sich die Augen erholen konnten, aber es war nicht ganz finster. Schatten, also der Bereich, der nicht direkt von einer Lichtquelle beleuchtet wird, wird vom Licht beleuchtet, das von anderen Körpern gestreut wird.

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Reminiszere

Predigt zu Jesaja 5,1-7 am Sonntag Reminiszere (28. 2. 2021)

Liebe Gemeinde,

Ein Weinberg macht viel Arbeit. Lukas Cranach malte in einem Bild auf dem sogenannten Weinbergaltar Arbeiter in einem Weinberg: Die Reformatoren beackern ihn. Philipp Melanchthon schöpft Wasser, Martin Luther kehrt abgeschnittene Reben auf, vielleicht um sie später zu verbrennen, Johannes Bugenhagen hackt, andere sammeln Steine oder ernten Trauben. Paul Eber kniet vor einem Weinstock und schneidet Triebe ab, die sonst mit ihrem Wachstum den Weinstock schwächen und die Ausbeute an guten Trauben schmälern würden. Jeder konzentriert sich ganz auf seine Aufgabe. Vergebliche Liebesmüh, was sie tun? Es kann immer passieren, dass später Frost kommt und die Weinlese später geringer ausfällt als erhofft. Weinstöcke können von Krankheiten wie dem echten Mehltau oder Schädlingen befallen werden. Ganze Weinberge vernichtete die aus Nordamerika stammende Reblaus. Vergebliche Liebesmüh kennen alle Winzer: Trotz aller harten Arbeit können Wetter, Schädlinge oder Krankheiten ihre Weinberge schwächen und zu Ernteausfällen führen.

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Invokavit

Predigt am Sonntag Invokavit, 21. 2., zu Joh 13,21-30

Liebe Gemeinde,

Anne Spoerry führte in Kenia das Leben einer Heiligen. Sie erwarb als 46jährige Flugschein und Flugzeug und widmete ihr Leben fortan der Fürsorge für Arme und Kranke und rettet unter großem persönlichen Einsatz unzählige Leben. Ihr Neffe berichtete, seine Tante sei nur glücklich gewesen, wenn sie arbeitete. Anne Spoerry starb 1999 an einem Schlaganfall und wurde unter großer Anteilnahme in Kenia beerdigt: „Verehrt und geachtet als legendäre fliegende Ärztin“ steht auf ihrem Grabstein.

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Sexagesimae

Predigt zu 2 Petr 1, 16-19

Liebe Gemeinde!

Vor einiger Zeit waren wir in wirklich äußerst gemächlichem Spaziertempo mit meinem Patensohn auf den Feldwegen unterwegs, der regelmäßig längere Pausen einlegte und auf seinem Trettraktor dem Anschein nach in tiefste Meditation versank. Auf Nachfragen (es war wirklich kalt an dem Tag) erklärte er, er warte an einer roten Ampel. Die wir Erwachsenen nicht sehen konnten, weswegen wir unbekümmert mehrere Rotlichtverstöße begingen.

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Letzter Sonntag nach Epiphanias

Predigt und Liturgie: Dekan Michael Karwounopoulos

Wo die Liebe ist und Güte, da ist Gott

Predigt zu Ruth 1, 1-19 am 3. Sonntag nach Epiphanias

Liebe Gemeinde,

Zwischen dem 4. und 8. Lebensmonat reagieren Kinder mit Abneigung, Misstrauen oder Angst auf neue Gesichter oder Gesichter der Menschen, die sie schon gesehen haben, aber nicht oft. Das Fremdeln ist eine Leistung des kindlichen Gehirns, das lernt, zwischen Bekanntem und Unbekanntem zu unterscheiden. Für Kinder, die in diesem Alter durch Robben oder Krabbeln ihren Aktionsradius erweitern, ist Fremdeln ein guter und überlebenswichtiger Schutz und findet sich in allen Kulturen.

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