Archiv der Kategorie: Andachten

Am Anfang war das Wort (2)

So ist die Bibel entstanden – das neue Testament

Im 1. Jahrhundert, zu Beginn unserer Zeitrechnung, wurde Jesus geboren. Als Jesus lebte, gab es nur die hebräische Bibel der Juden, unser Altes Testament. Nach Jesu Tod und Auferstehung entstand in mehreren Schritten das Neue Testament.

Jesus lebte, heilte Menschen und erzählte seinen Freunden von Gott. Er gab ihnen Beispiele für Gottes Liebe: Gott ist wie ein guter Hirte, der sein eines, verlorengegangenes Schaf nicht einfach aufgibt, sondern so lange sucht, bis er es gefunden hat. Er ist wie ein liebevoller Vater, der mit offenen Armen auf die Rückkehr seines Kindes wartet.

Seine Freunde erlebten alles mit. Sie waren dabei, als Jesus in Jerusalem starb und auch, als das Grab am Ostermorgen leer war. Sie erzählten anderen Menschen von Jesus. Sie erwarteten, dass Jesus bald wiederkommen und seine Freunde zu sich in Gottes Reich holen würde. Deshalb schrieben sie ungefähr zwanzig Jahre lang nichts auf.

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Am Anfang war das Wort

So ist die Bibel entstanden – das alte Testament

1300 Jahre, bevor Jesus geboren wurde, lebten die Israeliten als Sklavinnen und Sklaven in Ägypten. Gott schickte Mose zum Pharao und befreite sein Volk aus der Sklaverei und schloss einen Bund mit den Israeliten: Sie sollten Gottes Volk sein.

Mose führte die Menschen durch die Wüste bis in das Land Kanaan. Die Menschen erzählten sich Geschichten von Gott: Wie Gott die Welt erschaffen hatte, wie Gott Noah und die Tiere durch die Arche vor der Sintflut gerettet hatte, wie Gott Abraham, Isaak und Jakob auf all ihren Wegen begleitet und gesegnet hatte…

Und natürlich erzählten sie auch, was sie mit Gott erlebt hatten auf ihrem Weg in die Freiheit: Zum Beispiel, wie sich das Wasser vor den Israeliten geteilt hatte und sie mitten durchs Meer hindurchziehen konnten

Die Geschichten wurden weitererzählt. Kinder hörten sie von ihren Eltern oder Großeltern und erzählten die Geschichten später ihren eigenen Kindern, und diese wieder ihren Kindern. So wurden die Geschichten über viele Jahrhunderte lang weitergegeben und bewahrt.

300 Jahre später, 1000 Jahre, bevor Jesus geboren wird, leben die Israeliten schon lange in Kanaan. Die ersten Könige regierten, sie hießen Saul, David und Davids Sohn und Nachfolger hieß Salomo.

David war Hirte gewesen und konnte sehr schön Musik machen. Viele Lieder, die David gesungen und geschrieben hat, wurden aufgeschrieben und werden bis heute gebetet! Wir nennen sie Psalmen. Man fängt an, einzelne Geschichten, die davon erzählen, was die Menschen mit Gott erlebt haben, aufzuschreiben.

Etwa 500 Jahre vor Jesu Geburt sammelten die Gelehrten die einzelnen Geschichten und Texte, ordneten sie und schrieben sie auf Schriftrollen.

Sie schrieben mit hebräischen Buchstaben und in hebräischer Sprache. Hebräisch wird von rechts nach links gelesen und geschrieben. So entstand die jüdische Bibel, die Tora genannt wird: Wir Christen haben sie in unsere Bibel als Altes Testament aufgenommen

Die Tora wird von Hand geschrieben. Wenn der Schreiber einen Fehler macht, muss er ganz von vorn beginnen. Die Tora wird sehr vorsichtig behandelt: Sie ist Gottes Wort, deshalb ehren Jüdinnen und Juden die Schriftrollen und bewahren sie in einem Schrank auf, eingehüllt in wertvollen Stoff. Zur Zeit Jesu, als die Menschen in der Wüste lebten, wurden die Schriftrollen oft in großen Tongefäßen aufbewahrt: Manche Schriftrollen wurden auf diese Weise über Tausende von Jahren aufbewahrt und konnten von Wissenschaftlern gelesen werden.

Die Bibel ist eine Sammlung ganz verschiedener Bücher. Es gibt Geschichtsbücher, die von Königen und Königinnen berichten, Lieder und Gedichte wie beispielsweise die Psalmen, Gesetze und Regeln und natürlich Geschichten: Von Abraham, Mose, Jesus und seinen Freundinnen und Freunden. Ihr könnt euch die Bibel also auch wie ein Regal mit vielen einzelnen Büchern vorstellen:

Pfingsten

Der heilige Geist schenkt Licht und Freu(n)de

Jesu Freunde sind bedrückt. Sie haben sich von Jesus verabschieden müssen, der zu seinem Vater in den Himmel gegangen ist.

Jesus hat sie getröstet, bevor er fortging: „Seid nicht traurig! Auch wenn ich jetzt zu Gott gehe, lasse ich euch doch nicht allein. Ich schicke euch den Heiligen Geist, und der wird euch trösten.“ Jetzt warten seine Freunde auf den versprochenen Beistand.

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Mit Jesus in Jerusalem XX: Osterfreude ERlebt!

Die drei Frauen kommen mit Salböl und Tüchern

Früh am Morgen nach dem Sabbat nahmen die Frauen die vorbereiteten Salböle und die Tücher und gingen zum Grab, um Jesus zu salben. Sie entdeckten, dass der Stein, den Josef vor die Grabkammer gerollt hatte, fort war. Sie betraten die Grabkammer, aber sie war leer.

Der Lebende ist nicht bei den Toten

Während sie noch überlegten, was wohl passiert sein könnte, kamen zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen und fragten sie: „Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier! Gott hat ihn vom Tod auferweckt. Erinnert euch an das, was er zu euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss am Kreuz sterben. Aber am dritten Tag wird er vom Tod auferstehen.“

Da erinnerten sich die Frauen an das, was Jesus gesagt hatte. Sie kehrten vom Grab zurück und berichteten alles den elf Jüngern Jesu und den anderen Frauen, die bei ihnen waren. Sie glaubten ihnen nicht, aber Petrus stand auf und lief zum Grab.

Petrus am leeren Grab

Er fand es leer vor, genauwie die Frauen erzählt hatten, es lagen nur noch die Leinenbinden darin. Nachdenklichkehrte er zu den anderenzurück. Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Jesus im Grab

Mit Jesus in Jerusalem XIX: Karsamstag – Jesus wird begraben

Zu den Mitgliedern des jüdischen Rates gehörte ein Mann namens Josef. Er hielt Gottes Gebote. Josef war nicht einig damit, wie die anderen Mitglieder des Rates beschlossen und gehandelt hatten.

Josef bittet um Jesu Leichnam

Er ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu.

Kreuzabnahme

Er nahm ihn vom Kreuz ab und wickelte ihn in ein Leinentuch.

Josef setzt Jesus bei

Josef hatte eine Grabkammer, in der noch niemand beigesetzt worden war. Dorthin brachte er Jesus und begrub ihn.

Josef schließt das Grab

Josef blieb nichtmehr viel Zeit: Der Sabbat stand unmittelbar bevor. Am Sabbat durfte niemand begraben werden. Er schloss das Grab, indem er einen großen Stein vor die Öffnung der Grabkammer rollte.

Die Frauen sehen, wo Jesus beerdigt wird

Aber die Frauen, die Jesus begleitet hatten, gingen Josef nach und sahen, wo Josef Jesus begrub. Sie kehrten in die Stadt zurück und bereiteten duftende Öle und Salben vor. Den Sabbat verbrachten sie, wie es vorgeschrieben war.

Nach Lukas 23, 50-56

Jesu Kreuzigung und Tod

Mit Jesus in Jerusalem XVIII: Karfreitag – Jesus stirbt am Kreuz

Die Soldaten führten Jesus zur Hinrichtung. Unterwegs hielten sie Simon von Zyrene an, der gerade vom Feld zurückkam. Sie luden ihm das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrüge.

Die Soldaten führten Jesus zur Hinrichtung. Unterwegs hielten sie Simon von Zyrene an, der gerade vom Feld zurückkam. Sie luden ihm das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrüge.

Am Wegrand standen Frauen, die um Jesus weinten. Zusammen mit Jesus wurden zwei Verbrecher gekreuzigt. So kamen sie zu dem Ort, der „Schädelstätte“ genannt wird. Dort kreuzigten sie Jesus und die beiden Verbrecher. Jesus bat: „Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Die Soldaten verteilten seine Kleider und losten sie untereinander aus. Die Menschen standen dabei und schauten zu. Die Mitglieder des jüdischen Rates verspotteten Jesus und sagten: „Er hat so viele andere gerettet. Wenn er der Erwählte Gottes ist, soll er sich selbst retten!“

Die Soldaten gaben Jesus Essig zu trinken. Über Jesus war ein Schild angebracht, auf dem stand: „Das ist der König der Juden.“

Einer der Verbrecher verspottete Jesus, aber der andere bat ihn um Erbarmen. Jesus versprach ihm: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein!“

Es war die sechste Stunde, als sich Finsternis ausbreitete, die bis zur neunten Stunde anhielt. Dann zerriss der Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste abtrennte, einmal in der Mitte durch. Jesus rief: „Vater, in deine Hände gebe ich mein Leben.“ Dann starb er.

Der römische Hauptmann sah genau, was geschah. Er sagte: „Dieser Mensch hat wirklich ganz und gar so gelebt, wie Gott es will.“

In einiger Entfernung standen die, die Jesus liebten. Unter ihnen waren auch die Frauen, die ihm gefolgt waren, seit er in Galiläa gewirkt hatte. Sie sahen alles, was geschah.

Nach Lukas 23, 26-49

Abendmahl, was für ein Geschenk

Jesus feiert mit seinen Jüngern Abendmahl, wird gefangen genommen und verraten

Kurz vor dem Passafest wurde Judas ungeduldig: Seit Jesus in Jerusalem unter dem Jubel der Menschenmenge eingezogen war, war nichts geschehen. Jesus hatte im Tempel gebetet und von Gottes Reich erzählt – aber er hatte den Römern nicht die Stirn geboten und auch kein Wunder getan. Judas dachte, man müsse Jesus womöglich zum Handeln zwingen. Er ging zu den Ältesten und besprach mit ihnen, wie sie Jesus in ihre Gewalt bringen könnten.

Jesus sagte Petrus und Johannes: „Geht und bereitet alles für das Passamahl vor!“ Die beiden fragten leicht verzweifelt: „Wo denn? Wir kennen hier doch niemanden!“ Da sagte Jesus zu ihnen: „Ihr werdet einem Menschen begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Dem folgt ihr bis nach Hause. Dort können wir feiern. Der Hauseigentümer zeigt euch einen großen Raum.“ Petrus und Johannes waren verwundert, denn Männer trugen keine Wasserkrüge.

Als alles vorbereitet war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Ich bin froh, dass wir miteinander das Passamahl essen können; ich habe mich sehr danach gesehnt. Bevor nicht in Gottes neuer Welt das Passamahl in Vollendung gefeiert wird, werde ich es nicht mehr essen.“

Danach nahm er das Brot und sprach das Dankgebet. Er brach das Brot in Stücke und gab sie seinen Freunden und sagte: „Das ist mein Leib. Er wird für euch gegeben. Tut das immer wieder zur Erinnerung an mich.“

Dann nahm Jesus den Becher, sprach das Dankgebet und sagte: „Nehmt diesen Becher und teilt den Wein unter euch auf! Ich werde von nun an keinen Wein mehr trinken, bis Gottes neue Welt kommt.“

Jesus fuhr fort: „Einer von euch wird mich verraten. Er sitzt hier mit am Tisch. Ich gehe den Weg, den Gott für mich bestimmt hat.“ Da sahen sich die Jünger an und fragten voller Angst: „Wer von uns würde so etwas tun?“

Petrus sagte leidenschaftlich: „Jesus, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis zu gehen, ja, mit dir zu sterben!“ Aber Jesus warnte ihn: „Petrus, ich sage dir, bevor der Hahn in der Frühe dreimal kräht, wirst du dreimal bestritten haben, dass du mich kennst!“

Jesus verließ die Stadt und ging hinaus zum Garten Gethsemane beim Ölberg. Seine Freunde begleiteten ihn. Als er dort ankam, bat er sie zu beten, er selbst ging noch ein paar Schritte weiter, kniete nieder und betete: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Becher fort, damit ich ihn nicht trinken muss. Aber nicht, was ich will, soll geschehen, sondern was du willst.“

Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.

Jesus ging zu seinen schlafenden Jüngern und weckte sie.

Da kamen schon die Judas und die Soldaten. Judas ging auf Jesus zu und wollte ihn umarmen und küssen. Jesus sah ihn traurig an und fragte: „Judas, willst du mich wirklich mit einem Kuss verraten?“

Seine Freunde merkten, was geschah, und waren bereit, Jesus zu verteidigen. Einer schlug mit seinem Schwert dem Anführer ein Ohr ab.

Aber Jesus sagte: „Weg damit!“ und heilte den Soldaten.

Die Männer nahmen Jesus fest und führten ihn ab. Sie wollten ihn ins Haus des Obersten Priesters bringen. Petrus folgte ihnen heimlich in der Dunkelheit.

Es war eine kalte Nacht, und die Soldaten und Diener des Obersten Priesters hatten im Hof ein Feuer angezündet, um sich zu wärmen. Petrus setzte sich unauffällig dazu.

Ein Dienstmädchen sah ihn dort sitzen und sagte: „Der dort war doch auch mit Jesus zusammen!“ Petrus erschrak. Wenn jemand sie hörte! „Ich kenne ihn gar nicht!“

Jemand anderes sah ihn kurz darauf, stutze und meinte: „Du bist doch ein Freund von Jesus!“ Aber Petrus erwiderte: „Du irrst dich, ich kenne Jesus nicht.“

Etwa eine Stunde später behauptete jemand drittes: „Ganz bestimmt gehört er zu Jesus! Ich bin mir ganz sicher! Er kommt doch auch aus Galiläa.“

Wieder stritt Petrus es ab und sagte: „Ich weiß überhaupt nicht, wovon du sprichst! Außerdem kommen viele Menschen aus Galiläa, und ich kenne nicht jeden von ihnen.“

Aber noch während er sprach, krähte der Hahn, und Petrus erinnerte sich: Jesus hatte ihn gewarnt, dass er dreimal abstreiten würde, ihn zu kennen.

Weinend lief er fort.

Die Männer, die Jesus bewachten, verspotteten und verprügelten ihn. Sie warfen ihm ein Tuch über und riefen: „Du bist doch ein Prophet – sag uns, wer dich geschlagen hat!“ Jesus musste noch viele andere Beschimpfungen ertragen.

Am Morgen versammelten sich die Ältesten, die Priester und die Schriftgelehrten und verhörten Jesus. Sie fragten ihn: „Bist du der Sohn Gottes?“ und er antwortete: „Ich bin’s.“ Da riefen sie: „Wozu bräuchten wir noch Zeugen? Wir haben es alle von ihm selbst gehört!“

Sie brachten Jesus zu Pilatus. Die Ältesten und Schriftgelehrten erklärten: „Dieser Mann hetzt das Volk auf! ‚Gebt dem Kaiser keine Steuern!‘, sagt er, und ‚Ich bin der König!‘“ Pilatus fragte Jesus: „Bist du der König der Juden?“ und Jesus sagte: „Du sagst es.“

Pilatus sagte zu den anderen: „Ich finde nichts, wofür ich ihn verurteilen könnte.“ Aber die Ältesten, Priester und Schriftgelehrten riefen: „Er hetzt alle auf – von Galiläa bis hier!“ Als Pilatus hörte, dass Jesus aus Galiläa kam, schickte er ihn zu Herodes.

Als Herodes Jesus sah, freute er sich, denn er hatte schon viel von ihm gehört und wollte ihn schon lange kennenlernen. Vor allem hoffte er, ein Wunder miterleben zu dürfen. Herodes stellte Jesus viele Fragen, aber Jesus antwortete ihm nicht. Die Priester und Schriftgelehrten standen dabei und beschuldigten ihn.

Herodes und seine Soldaten lachten Jesus aus und schickten ihn zu Pilatus zurück.

Pilatus seufzte und sagte zu den Schriftgelehrten, Ältesten und Priestern: „Seht her, sogar Herodes hat ihn wieder zu uns zurückgeschickt. Keiner der Punkte, den ihr gegen ihn vorbringt, lässt sich bestätigen. Er hat nichts getan, wofür er hingerichtet werden müsste. Ich gebe ihn frei.“

Aber da schrien alle vor Empörung laut auf. Pilatus versuchte es noch einmal, aber auch da schrien alle, dass er lieber den Aufrührer und Mörder Barrabas frei lassen solle. Pilatus versuchte es noch ein drittes Mal: „Was hat er denn verbrochen? Ich kann keine Schuld feststellen!“ Schließlich lieferte Pilatus ihnen Jesus aus.                                                     

Nach Lukas 22,3 – 23,25