Kirchen

Marienkirche Upfingen

Ursprünglich gab es in Upfingen eine Kapelle, Gottesdienste wurden dort allerdings nicht abgehalten, sondern nur in Gächingen. 1408 wurde daher eine Heiligenpflege eingerichtet, zur Beschaffung der nötigen Gelder für die Baukosten einer Kirche und zur Bezahlung eines eigenen Pfarrers.

1449, im Jahr nach Abschluss des Baus der Marienkirche in Upfingen, war es geschafft: Zusammen mit Sirchingen wurde Upfingen eine Pfarrei mit eigenem Pfarrer. In Größe und Anlage geht die Upfinger Marienkirche allerdings über eine Dorfkirche hinaus: Sie war eine Wallfahrtskirche, die Graf Ludwig der Jüngere (reg. 1450-1457) zur Verehrung der Maria besuchen sollte. Er litt an Epilepsie.

Für den Bau der Kirche wurden Materialien aus der Umgebung, aber auch Tuffstein aus dem Ermstal und feiner Sandstein, möglicherweise aus Dettenhausen, herangezogen. Für den Dachstuhl wurde Eichenholz aus den Wäldern auf der Alb verwendet. Der Bauleiter beim Bau der Marienkirche ist leider nicht bekannt.

Der Abschluss des Kirchbaus ist auf einer Inschrift festgehalten, die sich an der Südseite der Kirche befindet: „dys kyrch ward gemacht doman zalt von cristus geburt MCCCC iar und dar nach in dem VIII und XXXX osten iar.“ Das Kirchenschiff mit seiner Kassettendecke misst in der Länge ca. 19 Meter, ist knapp 12 Meter breit und hat eine Höhe von 7 Metern. Die insgesamt sechs Fenster haben jeweils unterschiedliches Maßwerk. Die Querempore ist ins Kirchenschiff hineingebaut und über einen Zugang auf der Nordseite zugänglich.

An der Südseite des Kirchenschiffs ist ein großes Wandbild zu sehen, das den Heiligen Christophorus zeigt. Es wurde 1928 unter der Tünche an der Südwand freigelegt und stammt wahrscheinlich aus der Zeit der Erbauung der Kirche. Der Künstler ist nicht bekannt. Die Kapelle am linken Ufer könnte die Kapelle darstellen, die vor der Marienkirche an diesem Platz stand. Christophorus ist der Patron der Reisenden, aber auch Helfer gegen die Pest und plötzlichen Tod und deshalb auch in der anderen Kirchen, sowohl auf der Alb wie auch in der Schweiz, in oder an Kirchen zu finden: Es galt als Schutz für das Leben, morgens sein Bild anzuschauen, weswegen es beim Eingang der Kirche angebracht wurde. In Upfingen ist es gegenüber der stets geöffneten Nordtüre zu finden.  

An der Nordwand des Kirchenschiffs hängt ein großes Ölgemälde aus dem 19. Jh., das die Kreuzabnahme Jesu zeigt. Es wurde vermutlich von einem Gemeindeglied gestiftet.

Der Chor ist vom Kirchenschiff durch ein Joch getrennt und ist mit Kreuzrippen versehen. Auffällig sind die vier Masken oder Gesichter auf den Konsolen, die die Kreuzrippen tragen. Gedeutet wurden sie als die Versinnbildlichung der vier Laster Eitelkeit, Schwatzhaftigkeit, Hochmut und Geiz. Der Chor hat insgesamt fünf Fenster, das mittlere ist drei-, die anderen vier sind zweigeteilt. Die Schlusssteine der Gewölbedecke im Chor zeigen eine Sonne und eine Rose. Die Decke zwischen den Kreuzrippen ist farbig ausgemalt mit den Darstellungen verschiedener Blumen. Im Chor sind vier Sitze der mittelalterlichen Priestersitze erhalten. Das Sakramentshäuschen aus feinem Sandstein wurde nach der Reformation leider stark beschädigt. Es war zur Aufbewahrung von Hostien und Abendmahlskelch bestimmt. Noch erhalten ist der über ihm befindliche Engel mit dem Spruchband: „ecce panem angelorum“ (hier ist Engelsbrot). Unter dem mittleren Chorfenster befindet sich ein rotes Rautenmuster skizziert mit einer Jahreszahl, mutmaßlich 1476. Wahrscheinlich ist es die Datierung der Chorbemalung. Gegenüber des Sakramentenhäuschens befindet sich eine Nische, in der zu katholischer Zeit der Subdiakon seinen Platz hatte. Heute wird der Großteil der Nische vom Orgelpodest im Chor verdeckt, das 1948 eingebaut wurde und die Empore im Chor ersetzte.

Die Nordwand des Chorraums trägt ein Wandbild, das direkt auf den Putz aufgetragen wurde und leider nur unvollständig erhalten ist. Neben den Engeln, die die Marterwerkzeuge der Passion Jesu tragen, ist

Jesus zu sehen, der die Dornenkrone trägt und seine Wunden zeigt. Links von ihm steht Maria, deren Gewand schwer zu erkennen ist. Unter ihrem geöffneten Mantel haben sich Menschen in Sicherheit gebracht, teils nur noch in Umrissen zu vermuten. Die beiden Wappen, links das der Württemberger Grafen mit Hirschstangen und Mömpelgarder Barben und rechts das der Gonzaga von Mantua, geben einen Hinweis auf die zeitliche Einordnung des Bildes. Es dürfte 1475 oder 1476 entstanden sein. Ausgekratzt und übermalt wurde es vermutlich im Nachgang des Uracher Götzentags von 1537 und dem herzoglichen Befehl zur Entfernung aller katholischen Bilder und Statuen, nachdem Württemberg evangelisch geworden war. Später wurde eine Empore eingezogen. Die Lage des Querbalkens lässt sich auf dem Gemälde noch erkennen.

Auf der Südseite des Chors schließt sich der Turm an, in dessen untersten Geschoss sich die Sakristei befindet. Der Charakter einer Wehrkirche wird durch die schmalen Schießscharten in der oberen Geschossen deutlich. Die Glocken gingen in den beiden Weltkriegen verloren und wurden durch Stahlgussglocken ersetzt. Das Geläut ist auf das Gloriamotiv gestimmt (b‘ c‘‘ es‘‘). Die Zeit ist auf allen vier Seiten des Kirchturms abzulesen. Das alte Zifferblatt, das 1971/ 72 im Zuge der Umstellung auf ein elektrisches Uhrwerk abgenommen wurde, hängt im Eingangsbereich des Pfarrhauses. Das alte Uhrwerk von 1767 ist im Upfinger Dorfgemeinschaftshaus zu besichtigen. Am Turm befindet sich eine Sonnenuhr, die bei der letzten Renovierung 1991 wieder angebracht worden ist.

Der Taufstein ähnelt dem Taufstein in der Amanduskirche in Bad Urach. Er ist nicht signiert, dennoch hat ihn womöglich ebenfalls der Meister des Uracher Taufsteins, Christoph, erschaffen. Er stammt aus der Zeit um 1530 und weist Merkmale der frühen Renaissance auf. Er ist hohl, weil Kinder lange Zeit durch vollständiges Eintauchen getauft wurden. Das Christusmonogramm „ihs“, die ersten drei Buchstaben des Namens Jesu im griechischen Alphabet, weisen in Richtung des Kirchenschiffs. Die anderen Felder neben dem Christusmonogramm werden von vier Propheten aus dem Alten Testament eingenommen, sicher am besten erkennbar ist Mose, der die Gesetzestafeln hält. Am oberen Rand ist der Taufstein achteckig. Mit der Form des Kelchs will der Taufstein deutlich machen, dass der Glaube aus der Taufe heraus wächst.

Ein weiteres Schmuckstück in der Upfinger Kirche ist die Barockorgel von 1777, ein Werk des Orgelbauers Christian Hagemann. Bei einer Renovierung im Jahr 1875 wurde wohl das Pedalwerk mit zwei Registern und fünfzig Holzpfeifen angebaut, möglich wäre aber auch, dass dies erst 1880 durch die Firma Walcker geschah. Die Orgeltretmechanik im hinteren Teil der Orgel blieb erhalten. Bis 1948 war das Orgeltreten während des Gottesdienstes notwendig. Die barocke Farbgebung und Ansicht wurde während der Innenrenovierung 1960 wiederhergestellt. 1981 erhielt die Orgel eine neue Manualklaviatur und eine neue Pedalklaviatur sowie neue Prospektpfeifen aus Zinn. Insgesamt hat die Orgel 11 Register mit etwa 335 Pfeifen, von denen 120 aus Holz und 216 aus Metall sind.

Die Kirche in Sirchingen

Erbaut im Jahre 1883 (zuvor stand dort eine kleinere offene Kapelle), zuletzt renoviert 1998, heute ca. 60 Sitzplätze.

An der Durchgangsstraße steht gegenüber das Ev. Gemeindehaus,
erbaut im Jahr 1985.